Seelachs, Hering, Matjes & Co - lecker sind sie alle, aber auch nachhaltig?
Uns ist auch nachhaltige Fischerei wichtig
Die Heimat des MOIN! lebt auch vom Fisch. Bremerhaven verarbeitet jährlich über 200.000 Tonnen Fisch und ist der größte Fischverarbeitungsstandort Europas. Deswegen ist uns auch nachhaltige Fischerei und Fischhaltung wichtig. Wir wollen aufklären und Licht in den Siegel-Dschungel bringen. Denn wer Fisch essen möchte, steht deshalb oft vor der Frage: Wie lässt sich nachhaltiger konsumieren? Eine wichtige Orientierungshilfe bieten Siegel. Doch was bedeuten sie eigentlich?
Warum nachhaltige Fischerei wichtig ist
Nachhaltige Fischerei bedeutet, dass Fischbestände so genutzt werden, dass sie sich langfristig erholen und erhalten können. Dabei geht es nicht nur um die Menge der gefangenen Fische, sondern auch um den Schutz von Lebensräumen und anderen Meerestieren.
Konventionelle Fischerei kann gravierende Folgen haben:
- Rückgang oder Zusammenbruch von Fischbeständen
- Hoher Beifang von Delfinen, Schildkröten oder Seevögeln
- Zerstörung sensibler Meeresböden durch Schleppnetze
- Negative Auswirkungen auf Küstengemeinden und lokale Wirtschaft
Nachhaltiger Fischfang versucht, diese Risiken zu minimieren.
Die wichtigsten Siegel im Überblick
Im Supermarkt finden sich mittlerweile verschiedene Labels. Die bekanntesten sind:
MSC – Marine Stewardship Council
Das blaue MSC-Siegel ist eines der bekanntesten weltweit. Es kennzeichnet Wildfisch aus zertifizierter Fischerei.
Bewertet werden unter anderem:
- Zustand des Fischbestands
- Auswirkungen auf das Ökosystem
- Wirksames Fischereimanagement
Vorteil: Weit verbreitet und leicht erkennbar.
Kritik: Manche Umweltorganisationen halten einzelne zertifizierte Fischereien für zu wenig streng bewertet.
ASC – Aquaculture Stewardship Council
Das ASC-Siegel betrifft Zuchtfisch und Meeresfrüchte aus Aquakultur, etwa Lachs, Garnelen oder Pangasius.
Geprüft werden beispielsweise:
- Wasserqualität
- Einsatz von Medikamenten
- Arbeitsbedingungen
- Umweltbelastung der Zuchtanlagen
Vorteil: Bietet Orientierung bei Zuchtfisch.
Kritik: Auch hier gibt es Diskussionen über Unterschiede zwischen einzelnen Betrieben.
EU-Bio-Siegel bei Aquakultur
Das EU-Bio-Siegel findet man ebenfalls auf Fisch aus Aquakultur. Es steht für ökologische Standards in der Zucht, etwa geringere Besatzdichten und strengere Vorgaben beim Futtereinsatz.
Besonders relevant ist es bei:
- Bio-Lachs
- Bio-Forelle
- Bio-Muscheln
Naturland und andere Verbands-Siegel
Zusätzliche Standards bieten Verbände wie Naturland. Diese gehen teilweise über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus und berücksichtigen ökologische sowie soziale Kriterien.
Doch reichen Siegel allein aus?
Siegel sind hilfreich, aber kein perfektes System. Zertifizierungen beruhen auf Standards, Kontrollen und regelmäßigen Prüfungen – dennoch gibt es Unterschiede in Strenge, Transparenz und Aktualität.
Darum lohnt sich ein zweiter Blick:
- Welche Fischart kaufe ich?
- Woher stammt sie?
- Ist sie saisonal oder regional verfügbar?
- Handelt es sich um Wildfang oder Zucht?
- Gibt es unabhängige Empfehlungen von Umweltorganisationen
Tipps für bewussten Fischkauf
- Weniger, aber hochwertiger kaufen
Lieber seltener Fisch essen und auf bessere Herkunft achten. - Auf Vielfalt setzen
Nicht nur Lachs, Thunfisch oder Kabeljau wählen, sondern auch weniger nachgefragte Arten. - Regionale Angebote prüfen
Heimische Arten aus verantwortungsvoller Fischerei können eine gute Wahl sein. - Siegel kombinieren mit Information
Labels helfen – zusätzliche Herkunftsangaben ebenso.
